Paten gesucht II

Aufgrund immer noch steigender Flüchtlingszahlen steigt auch der Bedarf an Paten, die den neu ankommenden oder auch schon seit geraumer Zeit in Butzbach lebenden Asylbewerbern Hilfe und Unterstützung im täglichen Leben anbieten könnten.

Im Butzbach leben derzeit (Stand Mitte Januar 2016) 331 Flüchtlinge, wöchentlich werden unserer Stadt etwa 15 neue Flüchtlinge neu zugewiesen. Darüber hinaus sind in der Aufnahmeeinrichtung in der MPS Kirch-/Pohl-Göns etwa 60 weitere Neuankömmlinge untergebracht, die aber alle 2 Wochen wechseln, da sie dann auf die Kommunen aufgeteilt werden.

Nun, was macht ein Pate?

Eine Patenschaft ist eine ehrenamtliche Hilfe und meist entsteht ein mehr oder weniger intensives und persönliches Verhältnis zwischen den Geflüchteten (Einzelperson oder auch Familie) und der betreuenden Person.

Ein Pate hilft dem Flüchtling sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Er unterstützt ihn dort, wo er aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten oder fehlender lokaler, kultureller oder struktureller Kenntnisse überfordert ist. Das kann mal mehr und mal weniger zeitintensiv sein. Gespräche über das Leben in Deutschland, unsere Werte und Regeln können ebenfalls dazugehören.

Die Betreuung kann sowohl kurzfristige als auch allgemeine Themen beinhalten. Kurzfristige Situationen wären beispielsweise Begleitung zu einem Arzttermin, Unterstützung bei Behördengängen oder auch der Wohnungssuche.

Unter allgemeinen Themen verstehen wir so Dinge wie das Kennenlernen der Stadt mit ihren allgemeinen Einrichtungen, Aufzeigen von Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, Hilfe im öffentlichen Nahverkehr oder auch Freizeitgestaltungen, wie z.B. Ausflüge oder gemeinsames Kochen, was den Beteiligten in aller Regel sehr viel Spaß macht.

Paten sollten sich für ihre Aufgabe ein bestimmtes Zeitbudget festlegen. Wie sich die Patenschaft gestaltet, also einige Stunden pro Woche, ob regelmäßige Treffen oder nach Vereinbarung, bleibt jedem überlassen. Ein Pate sollte nach Möglichkeit gut und kurzfristig erreichbar sein – was jedoch keine 24-Stunden-Bereitschaft bedeuten soll.

Jeder Pate kann und muss für sich selbst festlegen, wieviel Zeit er in diese Aufgabe investieren möchte und investieren kann. Hier gibt es keine Vorschriften oder Vorgaben. Beispielsweise kann man auch zu zweit eine Patenschaft übernehmen oder andere ehrenamtliche Helfer bitten einzuspringen, wenn man mal keine Zeit hat, krank oder im Urlaub ist.

Wie es nach der Starthilfe und der angestrebten Selbständigkeit weitergeht, bleibt dem Paten überlassen. Es entsteht also keine ‘lebenslange’ Abhängigkeit oder Verpflichtung.

Das Ziel einer Patenschaft besteht darin, das ‚Patenkind’ selbständig zu machen, also Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten.

In Butzbach hat sich aus dem ‚Runden Tisch für Flüchtlinge’ heraus ein Arbeitskreis Patenschaften gebildet, der sich einmal im Monat trifft, um aktuelle Themen zu besprechen, sich gegenseitig zu unterstützen, Erfahrungen auszutauschen oder Tipps zu geben. Das nächste Treffen findet am 17. Februar um 1800 Uhr im Quartierszentrum in der John-F-Kennedy-Straße 63 statt.

Falls Sie Interesse an einer Patenschaft haben oder sich vielleicht auch erst nur einmal informieren möchten, wenden Sie sich bitte an Herrn Hoerschelmann vom Fachdienst Verwaltungssteuerung. Sie erreichen Herrn Hoerschelmann unter der Telefonnummer 06033 995 130 oder per E-Mail unter olaf.hoerschelmann@stadt-butzbach.de. Oder Sie kommen zum nächsten AK-Patenschaften-Treffen vorbei.

Hinweis; Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Es sind ausdrücklich auch Patinnen gemeint.

(BZ 21.1.2016)